



Der Frotheimer Dorfplatz befindet sich südlich des Friedhofs an der historischen Kapelle, die als Alte Klus bezeichnet wird. Westlich und südlich grenzen landwirtschaftliche Höfe an, die dem Dorfplatz einen schönen Rahmen geben. Der eigentliche Platz grenzt an Wege und Straßen. Hohe Eichenbäume spenden Schatten und sorgen für ein natürliches Ambiente. Sitzgruppen aus Holzstämmen und Holzbohlen laden zum Verweilen auf dem Dorfplatz ein. Auf einer Schautafel ist in Bildern und Texten die Geschichte des Dorfes Frotheim der letzten 3 Jahrzehnte dargestellt. Auf der Rückseite der Schautafel steht „Fräapme Doop-Placken“. Auch ein Brunnenkopf wurde aufgemauert. Die Anlieger sorgen für die Ordnung und die Sicherheit auf dem Dorfplatz. Eine Besonderheit ist die Schnapsflasche mit 2 Gläsern, die zugänglich in einem Kasten untergebracht sind. Der Kasten ist an einem Eichenbaum befestigt. Die Besucher des Dorfplatzes dürfen sich einen Schnaps einschenken und dort gesellig zusammen sein. Der Dorfplatz wird auch für Veranstaltungen wie dem Dresch- und Backtag, Tanz in den Mai oder Konzertveranstaltungen genutzt. Der Frotheimer Maibaum mit den Logos der örtlichen Vereine wird jedes Jahr pünktlich zum 1. Mai aufgestellt.
Teile des heutigen Dorfplatzes spielten schon früher eine große Rolle. Neben der sehr zentral im Dorfe liegenden Alten Klus und dem Friedhof, wurden auf einer öffentlichen Fläche Fachwerkgebäude errichtet. In den Gebäuden wurden der Leichenwagen und die mobile Handdruckspritze der Feuerwehr untergebracht. Daneben gab es noch eine Arrestzelle.
Alte Pläne zeigen, dass bereits im Jahr 1911 ein Spritzenhaus auf dem Gelände des jetzigen Dorfplatzes errichtet wurde. Im Jahre 1918 kam ein Gebäude hinzu, in dem der Leichenwagen untergestellt werden konnte. 1921 erfolgte ein Umbau des Spritzenhauses, um das Gebäude auch für andere Zwecke der Gemeinde nutzen zu können. Die Räumlichkeiten wurden deutlich erweitert, unter anderem wurde eine Arrestzelle eingerichtet.
Der Leichenwagen wurde gebraucht, um die Verstorbenen von ihrem jeweiligen Zuhause zum Friedhof zu bringen. Der Leichenwagen wurde von zwei Pferden gezogen, die von hierfür verpflichteten Bauern zur Verfügung gestellt wurden. Nachdem der Sarg auf dem damals meist großen Deelen zum Abschiednehmen aufgebahrt worden war, wurde er für die Fahrt mit dem Leichenwagen geschlossen. Es formierte sich ein Leichenzug, bei dem die Trauernden hinter dem Sarg mit dem Leichnam hergingen. Das Begleiten dieses letzten Weges des Verstorbenen wird als „letztes Geleit“ bezeichnet. Konfirmanden und ältere Schüler begleiteten den Zug und sangen christliche Lieder.
Für Unterbringung der Handdruckspritze der Feuerwehr spielte die gute Erreichbarkeit und die zentrale Lage eine große Rolle. Wenn ein Brand im Dorf ausgebrochen war, wurde die Klusglocke heftig mit einem Hammer durch den örtlichen Schuhmacher angeschlagen, um die Feuerwehrleute und die Bevölkerung zu alarmieren. Es war vorgeschrieben, dass in jedem Haus eine Ledereimer und ein Schürhaken vorhanden sein mussten. Bei der Alarmierung durch die Klusglocke musste der Ledereimer mitgebracht werden.
Nachdem der Leichenwagen nicht mehr gebraucht wurde, weil motorisierte Fahrzeuge für den Leichentransport eingesetzt wurden und die Feuerwehr ein neues Domizil im Dorf bezogen hatte, wurde das Gebäude am Dorfplatz abgerissen. Viele Jahre wurde das öffentliche Gelände danach nicht mehr genutzt. Auf dem angrenzenden Grundstück stand lediglich ein Silo, das für die Einlagerung von Futter-mitteln verwendet wurde. Es reifte der Gedanke, die Grundstücke gemeinsam zu nutzen und einen Dorfplatz herzurichten. Zwei Anlieger stellten ihre Grundstücke zur Verfügung. Zusammen mit dem öffentlichen Grundstück stand ein schönes Arenal für einen Dorfplatz zur Verfügung. Die Anlieger schlossen eine Vereinbarung mit der Stadt Espelkamp zur gemeinsamen Nutzung der Grundstücke als Dorfplatz. Nach der 750-Jahrfeier im Jahre 1991 wurde der Dorfplatz hergerichtet. Pflasterarbeiten wurden durchgeführt, Bäume gepflanzt und Tische und Sitzbänke angeschafft. Heute zeigt sich der Dorfplatz in der zuvor beschriebenen Weise.
Hier sehen sie ein 360° Panorama der Umgebung.

Das alte Spritzenhaus wurde im Jahr 1921 auf beiden Giebelseiten verlängert, um mehr Möglichkeiten für die Dorfgemeinschaft zu eröffnen. Ein kleiner Anbau ermöglichte zusätzlichen Nutzraum. Der hier gezeigte Stand zeigt den Zustand des Fachwerkgebäudes um 1925.
